Einen Babywunsch haben die meisten Frauen. Spätestens ab dem 30. Lebensjahr beginnt für viele von uns die biologische Uhr zu ticken. Die Partner verstehen oft nicht, was plötzlich in den Frauen vor sich geht. Ich musste meinen Babywunsch mit exakt 30 Jahren allerdings erst einmal zurückstellen. Ein paar Erfahrungen aus dieser Zeit habe ich hier für dich einfach mal zusammen gesammelt. Um dir Hoffnung zu geben, dass nicht alles so wolkenverhangen ist, wie es manchmal scheint.

Weshalb ich meinen Babywunsch erst einmal für lange Zeit zurückstellen musste

Babywunsch? Und du bist auch nicht mehr so jung?

Mir ging es ähnlich, meine Uhr tickte immer lauter.

Nur hatte ich mich mit meinen 30 Jahren erst einmal von meinem langjährigen Partner Stefan getrennt.

Für meine Familie war es ein riesengroßer Schock.

Alle von ihnen dachten, dass Stefan der Richtige für mich war. Und für die Zukunft sein würde. Sie alle sahen uns schon lange vor dem Traualtar. Uns als Paar hatten sie dabei allerdings übersehen.

Und ich?

Ich hatte mich kurzerhand in einen anderen Mann verliebt. In einen Traummann, der es letztendlich doch nicht für mich war.

Es war nur meine Vorstellung von dieser neuen reizvollen Beziehung, nicht wirklich der Traumprinz meines weiteren Lebens.

Keine leichte Zeit für Stefan und mich.

„Auch für dich nicht?“ fragst du jetzt vielleicht. Ja, auch für mich war es schwierig.

Ich hatte die letzten 10 Jahre mit Stefan verbracht. 1/3 meines Lebens. Und eine lange Zeit war er auch tatsächlich mein Traummann. Nur irgendwann schlich sich eine Beziehungsroutine ein.

Eigentlich für diese lange Zeit absolut normal.

Aber nicht für mich mit meinen 30 Jahren. Und in Hinblick auf die vielen weiteren Jahre, die noch folgen würden. Ich fühlte mich dafür noch zu jung.

Zurück wollte ich nach dem Zerplatzen meiner Seifenblase „Stefan“ nicht. Oder doch? Sollte ich? Ich wusste selbst nicht, was ich wollte. Und von einer Partnerschaft erwartete.

Stefan war ein toller Mann. Und doch.. Irgendetwas fehlte mir.

Immer problematisch, wenn man selbst nicht weiß, was es denn nun war. Ich war ratlos. Und allein. Einige wenige Freunde hatten sich tatsächlich abgewandt. Für mich unverständlich. War es nicht eine Sache zwischen Stefan und mir? Scheinbar nicht nur.

Jetzt musste ich meinen Babywunsch erst einmal weit zurückstellen. An eine Schwangerschaft war jetzt gerade nicht zu denken.

Ich bin mir sicher, dass viele Freundinnen mich für verrückt erklärten.

„Jetzt noch eine neue Partnersuche?“

Denn in ihren Augen hatte ich doch schon meinen Traummann gefunden hatte. Warum riskierte ich ein Leben ohne diesen Mann? Und vielleicht ohne Hoffnung auf eine Schwangerschaft, ein Baby und ein Familienleben?

Auch für mich war es nicht ganz erklärbar. Aber so war es nun mal.

Warum ein neuer Partner nicht immer der eigenen Vorstellung entspricht

Als ich dann irgendwann und tatsächlich erst vier Jahre später endlich meinen heutigen Mann Dirk kennenlernte, hatten fast alle Freundinnen in meinem Umfeld schon Kinder.

Kleine und schon etwas Größere.

Und wir?

Wir fingen von neuem an.

Meine Sandkasten-Freundin Melanie war damals schon ganze 10 Jahre verheiratet und hatte zwei Kinder. Und ihre Kleinen waren keine Babys mehr.

Melanie hatte relativ schnell ihren innigen Babywunsch erfüllen können. Selbst in der Zeit einer Fernbeziehung hat es geklappt.

Damals dachte ich noch nicht daran, wie schwierig so eine Situation sein konnte. Denn bei ihr und ihrem Mann war die Familiengründung schnell und unkompliziert.

Mein Kinderwunsch wuchs durch den Druck von außen natürlich nicht langsamer.

Doch jede kluge Frau weiß auch: auf keinen Fall Hektik in Dingen wie einen Babywunsch und Familienplanung gegenüber einer neuen Beziehung walten lassen ; ).

Das kleine 1 x 1 in einer frischen Beziehung.

Erst einmal dem neuen Partner etwas Zeit geben, um die Frau seines noch langen Lebens gut kennen zu lernen.

Und auch ich wollte einen Partner um mich haben, den ich auch ohne den Gedanken einer eigenen Familie liebte.

… sprach meine Vernunft.

Aber so ganz frei mit Blick auf einen Babywunsch war ich leider nicht. Wie auch. Ich lebte schließlich mittendrin im „Lass uns JETZT eine Familie gründen!“. Um uns herum entstanden momentan ständig neue und beneidenswert süße Familien.

Das merkte Dirk.

So fing mein Freund auch erst einmal an, sich zu wappnen. Und eine kleine Notbremse zu ziehen.

Gegen meine voreiligen Bedürfnisse.

Er sagte tatsächlich die schrecklichsten zwei Sätze, die ich nicht hören wollte

„Ich kann mir ein Leben ohne eigene Familie auch gut vorstellen. Ich möchte nicht unbedingt Kinder. “

Bitte???

Lass es ihn nicht gesagt haben!!!

Doch. Er hatte.

Und er meinte es auch noch ernst. Kein missglückter Scherz.. ☹

„Oh nein!“ dachte ich bestürzt.

Meine Enttäuschung war groß. Sehr groß! Wie konnte er so etwas einfach sagen? Ich war völlig niedergeschlagen. War Dirk doch nicht derjenige mit den gleichen Träumen und Zielen wie ich?

Als er meine Traurigkeit bemerkte, fragte er mich. „Aber du willst doch mich? Oder ist dir ein Kind wichtiger als ich dir?“

Und natürlich wollte ich Dirk. Auch ohne Familie, wenn es nicht anders möglich war.

Babywunsch - nicht immer ein Erfolg

Aber gab es nicht die Möglichkeit, beides zu haben? Um meinen Babywunsch (und hoffentlich auch irgendwann Dirks) in Erfüllung gehen zu lassen?

Im Nachhinein weiß ich, dass er es ruhig angehen lassen wollte. Er war allerdings tatsächlich nicht so ganz von der Idee der Familiengründung überzeugt.

Ich ließ das Thema irgendwann für einige Zeit fallen. Und hoffte, dass Dirk einfach noch Zeit brauchte.

So war es ja oft. Männer denken wahrscheinlich vermehrt, dass es für ein eigenes Kind noch zu früh ist. Weil sie eben auch keinen Druck verspüren. Und das unbeschwerte kinderlose Leben einfach ewig so weiter geht.

Eine eigene Familie mit 60? Warum nicht. Es ist schließlich möglich.

Dabei ist es für ein Baby riskant, einen älteren Vater zu haben. Das höhere Alter beginnt allerdings nicht erst ab 50 Jahren.

Die gesundheitlichen Einschränkungen eines Babys beginnen bei einem 40 jährigen Vater!

10 Gründe, die die Lebensbedingungen eines Babys durch einen älteren Vater verschlechtern können

Wissenschaftler erkennen mittlerweile, dass mehr Erkrankungen als bisher gedacht im Zusammenhang mit dem höheren Alter des Vaters stehen. Auch wenn die Krankheiten zum Glück eher selten auftreten.

Es können Krankheiten auftreten wie:

• Genetische Defekte (durch Fehlbildung im Erbgut)
• Versagen zellulären Reparaturmechanismen
• Chondrodysplasie (eine Fehlbildung des Skeletts mit Zwergwuchs)
• Apert-Syndrom (Verformungen des Schädelknochens)
• Retinoblastom (bösartiger Tumor der lichtempfindlichen Netzhaut
• Marfan-Syndrom (durch das Syndrom sind Menschen stärker gefährdet, an einem plötzlichen Riss der Hauptschlagader zu sterben
• Frauen leiden vermehrt unter Schwangerschafts-Bluthochdruck
• Frühgeburt des Kindes (32 SSW)
• seltene Verknöcherung der Muskulatur
• Schizophrenie-Erkrankung

Die Liste ist erschreckend lang. Und es könnte hier noch mehr aufgeführt werden.

Allerdings raten die Wissenschaftler nicht von eigenem Nachwuchs ab. Denn viele von den Krankheiten sind nicht belegt.

Auch Peter Propping, Humangenitiker an der Uni Bonn, hält entsprechende Befürchtungen für überzogen: „Vieles ist noch Spekulation“.

Wie sich die Gedanken um den Babywunsch endlich positiv ändern können

Zum Glück drehte sich das Blatt bei Dirk und mir irgendwann.

Und zwar mit der Veränderung seines Freundeskreises.

Überraschenderweise.

Als auch endlich ein paar seiner Freunde die Neuigkeit „Wir bekommen Nachwuchs!“ freudestrahlend verkündeten, war allmählich so mancher von Dirks Zweifeln vergangen.

Nun konnte ich nach und nach mit Dirk über das Thema sprechen. Es war nicht mehr so ganz weit entfernt von uns. Und zum Glück auch nicht von Dirk.

Ich war inzwischen 36 Jahre alt. Bei den meisten Freunden war die Familienplanung jetzt schon abgeschlossen. Selbst bei meiner Freundin Marie hatte es endlich geklappt.

Sie musste sich vorher bis zur Erfüllung ihres Babywunsch es auch einige Zeit gedulden.

So. Wie sieht es nun aus? Dirk?

Und so probierten wir es.

Letztendlich hat es bei uns auf natürlichem Weg nicht geklappt. Es sollte nicht sein. Ganz gleich, was wir versuchten.

Wir hatten uns dann irgendwann nach einem langen Weg unseres gemeinsamen Babywunsches in Richtung Adoption aufgemacht. Für uns war es die richtige Entscheidung. Und die einzige, wodurch wir Eltern werden durften.

4 Wege, die dich in deinem Babywunsch unterstützen können

Unsere Kinderwunsch-Fleißliste war lang:

• Eine lange Behandlung in einer Kinderwunschklinik,
Verdacht auf Endometriose und darauf folgende Bauchspiegelung,
mehrmalige Eizellenspende in zwei unterschiedlichen Ländern,
• Gedanken an eine Leihmutterschaft.

Alles für uns Erdenkliche haben wir probiert. Nichts davon hatte uns zu unserem Babywunsch geführt.

Aber auch, wenn für uns nicht der richtige Weg dabei war: Vielleicht ist ja einer davon für dich dabei? Über einige Kinderwunschthemen habe ich schon Blogs geschrieben, vielleicht schaust du für weitere Anregungen dort hinein? Es könnte dir weiterhelfen.

Dirk war von da an immer an meiner Seite. Nie hat er ans Aufgeben gedacht. Er wollte unsere eigene Familie inzwischen genauso gern wie ich. Meine ersten Sorgen diesbezüglich hatten sich nicht bestätigt. Dirk hielt zu mir und wir beide gingen den langen Kinderwunschweg gemeinsam und zu gleichen Teilen überzeugt.

Dank dir dafür, Dirk! : )

Wir bekamen kein Baby, sondern ein Kleinkind : )

Wie das Leben so spielt. Anders als gedacht.

Aber: Nicht weniger schön!

An eine Adoption hatten wir vorher weder nachgedacht noch in unserem direkten Umfeld erlebt. Es wäre sicherlich hilfreich gewesen, hätten wir davon gewusst.

Selbst in einem Wunschkinder Forum hatte ich in dieser Zeit noch nicht darüber gelesen. Ich wusste allerdings zu dem Zeitpunkt auch nicht, wonach ich in unserer Situation suchen musste.

Dafür bekamen wir den süßesten Jungen, den wir uns überhaupt vorstellen konnten! Unser Adoptivkind Thaio. : )

Babywunsch - unser Adoptivkind

Er war gerade zwei Jahre alt geworden und für uns als angehende Eltern – perfekt!

Warum kein Baby? Wer ein Kind adoptiert, kann in den seltensten Fällen mit der Erfüllung seines Babywunsches rechnen (siehe Blog: Wie du mit einer Adoption endlich zu deinem Wunschkind findest).

Auch wenn einige Zeit verging und wir viel mitgemacht hatten. All der Aufwand für unseren Thaio hatte sich gelohnt.

Wir sagen, es war unser Weg zu unserem tollen Kind. Und es brachte Dirk und mich als Paar sehr viel enger zusammen. Wir wissen nun, dass wir uns zu 100% auf einander verlassen können.

Du siehst, auch wenn es zu Beginn holpert, nicht unbedingt alles reibungslos verläuft, es nicht voran geht oder fast aussichtslos scheint: Manches findet sich. Irgendwie.

Das ein eigener (Zeit-)Druckaufbau in der Kinderwunschzeit nicht von Vorteil ist, wissen wir beide. Und es ist wahrscheinlich so, dass du dich in deiner Babywunschphase schwer davon frei machen kannst.

Ich konnte es selbst nicht. Und es grenzt für mich fast an ein emotionales Wunder, wenn so etwas möglich wäre.

Trotzdem wünsche ich dir einen tollen Partner, der dich in deinem Kinderwunsch mit allen Unbequemlichkeiten unterstützt. Und dich in den Arm nimmt. Dann, wenn mal wieder nicht alles so glatt läuft oder eine Freundin unerwartet schwanger wurde, womit du nicht gerechnet hattest.

Denn auch das traf mich oft emotional. Nicht die erste oder zweite Schwangerschaft, aber die vielen, die darauf folgten. Und obwohl ich es allen Frauen gegönnt hatte.

Und ich wünsche mir für dich, dass du dich in deinem Kummer bei deinem Liebsten nicht zurücknehmen musst.

Nun aber der Blick nach vorn, oder?

Also:

Ich drücke fest die Daumen, dass dein Babywunsch (oder vielleicht jetzt auch ein Adoptions-Kinderwunsch) ganz bald in Erfüllung geht und ihr Eltern werdet!  : )

Bis bald und liebe Grüße,

Bärbel

Wie immer und wenn du magst: schreibe mir. Ich kann dir durch meine Erfahrungen sicherlich in manchen Situationen weiterhelfen! Ein Versuch ist es wert : )

 

(Bildquellen: „inniger Babywunsch“: silviarita Pixabay | „Traurigkeit bei Babywunsch“:danielsfotowelt Pixabay | „unser Glück durch Thaio“: eigene Fotoaufnahme)