Bei unserem Vorhaben Eizellenspende vor einigen Jahren mussten wir uns mit unterschiedlichsten Behandlungsmehoden auseinandersetzten. Eines davon war der Blastozystentransfer. „Bitte was?“ fragten wir uns. Bis wir die Antwort von einem Arzt in Alicante erfuhren. Und lernten, dass dieser Transfer eine große Bedeutung für unseren Kinderwunsch haben könnte.

Eine neue Behandlungsmethode und viele neue Fachausdrücke

Wir mit unserem Kinderwunsch fanden uns irgendwann in der Eizellenspende-Behandlung wieder. Uns war der Weg nicht zu weit. Und die Kosten (noch) nicht zu hoch.

Wir befanden uns auf einem ganz neuen Terrain. Und damit auch medizinisch auf einem neuem Feld. Es fielen viele fremde Begriffe. Einer davon war das Wort Blastozystentransfer. Was war es? Und konnte es uns mit unserem Kinderwunsch weiterhelfen?

Was ist ein Blastozystentransfer?

Ein Blastozyste ist ein Embryo, der bis zum 5. Tagen außerhalb des menschlichen Körpers in einem Labor kontrolliert und beobachtet wird.

Bei einem Blastozystentransfer werden dann befruchtete Eizellen statt zwei oder maximal 3 Tage mit dieser Methode bis zu 5 Tage außerhalb des Körpers kultiviert. Die Dauer von der Eizellenentnahme bis zu ihrem Wiedereinsetzen in die Gebärmutter wird also verlängert.

Diese Methode ist bei einer künstlichen Befruchtung wie IVI oder ICSI eine Überlegung wert ist.

Warum kann dir ein Blastozystentransfer zu einer Schwangerschaft verhelfen?

„Das Ziel des Blastozysten-Transfers ist es, eine bessere Auswahl vitaler und vor Allem einnistungsfähiger Embryonen zu erreichen. Da im Rahmen des Blastozystentransfers nicht alle Embryonen das Blastozystenstadium erreichen, werden zur Rückversetzung auch nur Embryonen genommen, die den Vorgaben genügen. Dementsprechend ist die Chance auf eine Schwangerschaft vergleichsweise höher als bei einer IVF oder ICSI.“ Quelle: http://www.schwangerschaftratgeber.de/index.php/blastozystentransfer.html

Oder anders ausgedrückt ; ) …

Nach einer Hormonstimulation der Frau werden die Eizellen entnommen. Diese werden in einem Labor mit Hilfe eines Mikroskops mit der Samenzelle des Mannes zusammengeführt. Dieses Verfahren wird auch als ICSI oder IVF – Behandlung bezeichnet.

Die Befruchtung der entnommenen Eizellen findet außerhalb des Körpers statt. Nach 2-3 Tagen werden die befruchteten Eizellen der Kinderwunschpatientin üblicherweise eingesetzt. Wenn einige übrig bleiben, dann kannst du diese kryokonservieren lassen.

Bei häufigen ungewollten Schwangerschaftsabbrüchen oder bei Ausbleiben einer Schwangerschaft kann der Blastozystentransfer angewendet werden.

In diesem Fall werden die befruchteten Eizellen bis zu 5 Tagen außerhalb des Körpers im Labor beobachtet. So können die Ärzte die Weiterentwicklung besser kontrollieren.

Bis zum 5. Tag kann der Mediziner eine im besten Fall stetige Zellteilung feststellen. Diese Eizellen werden sich wahrscheinlich erfolgreich weiterentwickeln. Weil sie bereits bis zum 5. Tag nach der Befruchtung dieses erfolgreiche Ergebnis zeigen.

Was passiert vor dem Blastozystentransfer?

Unmittelbar nach der Befruchtung beginnt eine Eizelle, sich zu teilen. Sie entwickelt sich zu einem Embryo.

Mediziner sprechen
• am ersten Tag vom Vorkernstadium.
• Der zweite Tag ist das Zwei- bis Vierzellstadium,
• der dritte Tag der Achtzellstadium (hier erfolgt überlicherweise der Embryonentransfer).
• Am vierten Tag vom Beerenstadium oder einer Moral,
• und am fünften Tag von einer Blastozyste.

Blastozystentransfer - Zellteilung

Wie schon erwähnt, setzt der Arzt üblicherweise zwei bis drei Tage nach der Eizellentnahme einen oder mehrere Embryonen in die Gebärmutter der Frau ein. Am 5. Tag spricht man über den Blastozystentransfer.

Warum der Blastozystentransfer dir viel Trauer ersparen kann

Bei befruchteten Eizellen, deren Zellteilung die Mediziner nicht in diesem Zeitrahmen beobachten konnten? Die Entwicklung der Zellteilung am 4. Oder 5. Tag könnte unbemerkt stagnieren, weil sie der Frau schon am 2. oder 3. Tag eingesetzt wurden.

Und in diesem Fall hegt die Patientin noch Hoffnungen. Obwohl die befruchtete Eizelle nicht mehr hätte eingesetzt werden sollen. Weil sie nicht die idealen Voraussetzungen für das Überleben mitbringt.

Denn viele Embryonen bleiben im Stadium des Vier- bis Acht-Zellers aufgrund eines krankhaften Defekts stehen. Durch eine Blastozysten-Kultur scheiden diese Embryonen automatisch aus. Weil mit dieser befruchteten Eizelle keine Schwangerschaft entstehen kann.

Blastozystentransfer - Trauer

Wie viele Hoffnungen auf eine Schwangerschaft starten auf diesem Wege, obwohl sie zum Scheitern verurteilt sind? Weil man die Weiterentwicklung des/ der Embryos nicht lange genug beobachten konnte?

Aus diesem Grund wird exakt bis zum 5.Tag mit dem Blastozytentransfer gewartet

Nach ca. 5 Tagen erreicht der Embryo üblicherweise die Gebärmutter. Es ist also exakt die Zeit, die die befruchtete Eizelle unter natürlichen Umständen zum Einnisten benötigt.

Ist der Blastozystentransfer auch in Deutschland erlaubt?

Ein Blastozystentransfer ist in Deutschland erlaubt 

„Entgegen anderslautender Meinungen ist die Kultur von Blastozysten und auch deren Transfer in Deutschland sehr wohl möglich. Problematisch im Sinne des Embryonenschutzgesetzes ist lediglich die „Vorratshaltung“ zur Selektion und damit die Produktion überzähliger Embryonen.“
Quelle: https://www.fertility-center-hh.de/meine-therapie/blastozystentransfer/

Diese 3 Argumente sprechen gegen den Blastozystentransfer

Natürlich gibt es oft zwei Seiten. In diesem Fall eben auch.

  • Bei diesem Transfer gibt es medizinische Bedenken. Bei einer längeren In-vitro-Kultivierung der Embryonen könnten epigenetischer Defekte entstehen. Das sind Schäden, die durch veränderte Genexpression entstehen können.
  • Leider ist eine Genveränderung in Bezug auf den Blastoystentransfer noch nicht wirklich erwiesen. Es fehlt eine längere Beobachtung und größere Fallzahlen.
  • Studien zeigen, dass ca. 50 Prozent der kultivierten Embryonen am 5. Tag nach der Punktion nicht mehr lebensfähig sind. Also muss die Zahl der gewonnenen Eizellen relativ hoch sein, damit ausreichend Embryonen zum Transfer genutzt werden können. Nicht alle Kinderwunschpaare können diese Anzahl “liefern”.
  • Viele Eizellen werden benötigt. Dadurch kann es zu einer Überstimulation durch eine intensivere Hormonbehandlung bei der Frau kommen.

Du solltest den Transfer in Betracht ziehen, wenn ….

• du als Kinderwunschpatientin vermehrt unter Fehlgeburten leidest oder

• wenn du schon älter als 30 Jahre bist.

… und warum ist schon wieder das Alter im Fokus ; )?

Das Risiko von Chromosomen-Schäden nimmt mit dem Alter der Frau zu. Befruchtete Eizelle mit Aneuploidien neigen dazu, sich in den ersten Tagen nicht weiterzuentwickeln. Sie überleben selten bis zum Blastozystenstadium.

Blastozystentransfer Erfolgsrate: Das solltest du über die Erfolgschancen wissen

Bei einer IVF- oder ICSI-Behandlung liegen die Erfolgschancen einer Schwangerschaft am 3.Tag bei 19 – 22 Prozent.

Im Vergleich hierzu steigt lt. dem Schwangerschaftsratgeber die Erfolgschance mit Blastozystentransfer auf 24 – 26 Prozent.

Manche Kinderwunschkliniken werben mit einer Erfolgsrate bei einem Blastozystentransfer von über 50% pro Versuch.

In einigen Kinderwunschpraxen wird durch spezielle Kulturmedien versucht, die natürliche Umgebung der Embryos bei seiner Wanderung durch den Eileiter nachzustellen.

Auch das trägt sicherlich zu einem Erfolg und damit zu einer Schwangerschaft bei.

Im Allgemeinen kann dir ein Blastozystentransfer einfach helfen, endlich zu deinem Wunschkind zu gelangen.

Trotzdem handelt es sich immer noch um einen Eingriff in die Natur. Nicht alles ist planbar. Auch wenn es sich so gut liest – und anhört. Aber wenn es helfen könnte? Ein Versuch ist es sicherlich wert, oder?

Und auch wenn nicht alle Embryos es bis zum 5.Tag und somit zum Blastozystentransfer schaffen: Besser vorher von einem nicht lebensfähigen Embryo zu wissen, als Tage danach auf eine Schwangerschaft zu hoffen. Eine Schwangerschaft, die von vorn herein aussichtslos war. So schwer es auch ist.

Aber : )

Blastozystentransfer - Weihnachten mit Baby

Eine gute Portion positives Denken, eine große Prise Glück, der Blick nach vorn zu deinem Ziel – dein Wunschkind – und natürlich ein gesunder Lebensstil können aber bestimmt zusätzlich weiterhelfen. Davon bin ich überzeugt. : )

Viel Erfolg auf deine Kinderwunschreise. Und Geduld. Die brauchten wir auch. ; )

Und wer weiß, vielleicht wird es ja dein/ euer spezielles Weihnachtfest! Ich wünsche es dir von ganzem Herzen!

Liebe Grüße an dich : )
Bärbel

 

(Bildquellen: „Blastozystentransfer – ein Baby für dich“: Pexels: Pixabay I „Zellteilung/ Embryo „: Pixabay I „Hoffnung/ Trauer“ – rawpixel Pixabay I „Weihnachten mit Baby“: Pexels: Pixabay)